Selbstauftrag: Strukturen

Was heißt hier STRUKTUREN?

Meine Großeltern haben in Essen gewohnt. Die Großväter: Steinkohlen-Verwaltung und Krupp, auch Stehgeiger im Essener Saalbau.
Mutter, Vater, Schwester und ich in Essen geboren. Friedenschule, Helmholtzgymnasium und Gesamthochschule. Sozialisiert, geprägt von einer Umgebung, die seit meiner Geburt mit „STRUKTUR-Wandel“ charakterisiert wurde.

Einerseits: Seßhaft und provinziell, über Familie verklebt mit dem Ruhrgebiet.
Andererseits: Verbesserungsvorschläge. „WANDEL“ als alltägliche Normalität – und wenn schon, dann als „STRUKTUR“.

Meine Arbeit mit Video war wohl auch deshalb immer eine doppelte:
auf das einzelne filmische PRODUKT ausgerichtet,
aber spätestens mit der Frage nach der öffentlichen Verbreitung auch auf die strukturellen PRODUKTIONS-BEDINGUNGEN.

Aus den „Streiknachrichten“ des zweiten Studentenstreiks wegen des Hochschulrahmengesetzes entwickelten wir:

das „Medienzentrum Ruhr e.V.“ als Teil eines Netzwerkes der „politischen Videogruppen“. Später weitere Ausgründungen – neben anderen Institutionen –

der „Offene Kanal Essen“ mit seinem „OK43 Labor“.
Dem entfloh ich in die sogenannte „Freiberuflichkeit“ des vereinzelten Medienschaffenden. Der erste unter diesen Bedingungen entstandene Film, Westbahnhof“ (gemeinsam mit Volker Roloff) wurde auf einem damals ganz jungen regionalen Festival gezeigt:

„Blicke aus dem Ruhrgebiet“. Ab dieser Vorführung war ich über zehn Jahre Teammitglied, das dieses Festival etablierte.